Menu
Menü
X

Gottesdienste 2024

Sonntag, 18. Februar - Invocavit

10:00 Uhr Gemeindehaus in Hummetroth (Prädikantin Ute Karl)

Sonntag, 25. Februar - Reminiscere

10:00 Uhr Friedrich-May-Haus in Mümling-Grumbach (Prädikantin Ute Karl)

Freitag, 1. März - Weltgebetstag

19:00 Uhr Friedrich-May-Haus in Mümling-Grumbach

Sonntag, 3. März - Okuli

10:00 Uhr Gemeindehaus in Hummetroth (Pfr. i. R. Winfried Klotz)

Sonntag, 10. März - Lätare

10:00 Uhr Friedrich -May-Haus in Mümling-Grumbach (Pfr. i. R. Dieter Borck)

Sonntag, 17. März - Judika

9:30 Uhr Vorstellungsgottesdienst der Konfirmanden in Höchst ( Pfr. Andreas Höfeld)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gedanken zum Sonntag Judika - 21.03.21

Gedanken zum Sonntag Judika – 21.03.2021

„Schaffe mir Recht, Gott“, das sind, aus dem Lateinischen übersetzt, die ersten Worte des Psalms 43, des Wochenpsalms für den heutigen Sonntag. Schaffe mir Recht, Gott, ist ein Wunsch, eine Bitte in Zeiten der Not, der Unsicherheit nicht von Gott alleingelassen zu sein. Das Gefühl allein zu sein, ist eines, das für mich ein häufiger Begleiter ist, gerade in Phasen, in denen es mir nicht gut geht. Oder in denen ich ohnehin schon unsicher bin und eigentlich der Vergewisserung bedarf. Wenn ich eine Stärkung brauche, jemanden, der mir sagt: Du bist gut so, wie du bist, es wird alles wieder gut, du bist nicht allein.

Auch in der Bibel werden solche Geschichten von einzelnen Personen erzählt, so auch von Hiob. Hiob wird von Gott auf die Probe gestellt, der Satan und er verführen ihn und sorgen dafür, dass er immer wieder krank wird, dass er nicht mehr arbeiten kann, seine Familie sich von ihm abwendet. Das alles um seinen Glauben zu prüfen. Und Hiob? Hiob, so wird erzählt, hält an Gott fest. Er hält an seinem Glauben fest, was auch immer ihm zustößt. Er geht seinen Weg im Vertrauen auf Gott. Immer wieder sind seine Worte auch Klage, neben der Schilderung des Geschehens. Klage über sein Schicksal, die aber auch immer noch den eigenen Glauben und die Hoffnung auf eine Änderung durchblicken lässt. Aber lesen sie selbst:

Hiob 19,19-27: Alle meine Getreuen verabscheuen mich, und die ich lieb hatte, haben sich gegen mich gewandt. Mein Gebein hängt nur noch an Haut und Fleisch, und nur das nackte Leben brachte ich davon. Erbarmt euch über mich, erbarmt euch, ihr meine Freunde; denn die Hand Gottes hat mich getroffen! Warum verfolgt ihr mich wie Gott und könnt nicht satt werden von meinem Fleisch? Ach dass meine Reden aufgeschrieben würden! Ach dass sie aufgezeichnet würden als Inschrift, mit einem eisernen Griffel und mit Blei für immer in einen Felsen gehauen! Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt, und als der Letzte wird er über dem Staub sich erheben. Nachdem meine Haut noch so zerschlagen ist, werde ich doch ohne mein Fleisch Gott sehen. Ich selbst werde ihn sehen, meine Augen werden ihn schauen und kein Fremder. Danach sehnt sich mein Herz in meiner Brust.

Da sind starke Sätze dabei. Starke Sätze, die von der Not Hiobs sprechen. Er fühlt sich zunehmend allein gelassen, von seinen Freunden, seinen Getreuen, von denen die er lieb hatte. Er hofft auf Hilfe und Erbarmen, da ihn die Hand Gottes getroffen hat. Aber was nimmt er war? Auch seine vermeintlichen Freunde haben ihn allein gelassen. Diese Not, scheint sehr deutlich durch: Hiob ist nicht nur mit allerlei Krankheiten geschlagen, nein er fühlt sich auch immer mehr allein gelassen, obwohl er auf Gott vertraut, von dem auch die Begleitung zugesagt ist. Das ist Hiobs feste Überzeugung. Ich glaube, ich weiß, dass mein Erlöser lebt. Ich weiß, dass Gott mich in allem nicht allein lässt. Und doch sehnt er sich sehr deutlich danach, dass Gott ihm das auch zeigt, dass er angenommen ist. Danach sehnt sich mein Herz, so sagt er.

Er sehnt sich nach dem Ende, dem Ende seines persönlichen Leidensweges. Und das verbindet Hiob mit ganz vielen von uns. Das Gefühl der Einsamkeit, es ist auch bei Jesus auf dem Weg zum Kreuz zu entdecken, wenn er im Garten Gethsemane Gott darum bittet wenn möglich dieses Geschehen an ihm vorüber gehen zu lassen. Und dann am Kreuz, kurz vor seinem Tod der eindringliche Satz: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Und dann am Ende wird sichtbar und spürbar. In allem bleibt Gott doch erhalten, der Glaube führt am Ende zum Ziel, zu Gott selbst. Christus lebt das durch seine Auferstehung vor. Dann wird aus der Ahnung Hiobs Gewissheit: „Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“ Dann ist alles Leid nicht umsonst gewesen, die Hoffnungslosigkeit wird durch neue Hoffnung abgelöst. Und das macht mir Mut für mein eigenes Leben. Wann immer ich Angst und Einsamkeit spüre, versuche ich mich an Hiob, an Jesus Christus zu erinnern und mir ein Beispiel an ihrem Glauben zu nehmen und neue Hoffnung aus der Vergewisserung der Nähe Gottes zu schöpfen. Auch, und gerade dann, wenn es nicht leicht ist. Daran erinnert die Passionszeit jedes Jahr aufs Neue.

 

Psalm 43:

Schaffe mir Recht, Gott,

und führe meine Sache wider das treulose Volk

und errette mich von den falschen und bösen Leuten!

Denn du bist der Gott meiner Stärke:

Warum hast du mich verstoßen?

Warum muss ich so traurig gehen,

wenn mein Feind mich drängt?

Sende dein Licht und deine Wahrheit,

dass sie mich leiten

und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung,

dass ich hineingehe zum Altar Gottes,

zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist,

und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott.

Was betrübst du dich, meine Seele,

und bist so unruhig in mir?

Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken,

dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

Sonntag Invokavit

Besinnung zum Sonntag Invokavit
1. Sonntag der Passionszeit
am 21.02.2021

Jesus und der Verräter (Johannes 13, 21 – 30)
21Als Jesus das gesagt hatte, wurde er erregt im Geist und bezeugte und sprach:
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten. 22Da sahen sich
die Jünger untereinander an, und ihnen wurde bange, von wem er wohl redete.
23Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische lag an der Brust Jesu, den
hatte Jesus lieb. 24 Dem winkte Simon Petrus, dass er fragen sollte, wer es wäre, von
dem er redete. 25 Da lehnte der sich an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist’s?
26Jesus antwortete: Der ist’s, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er nahm
den Bissen, tauchte ihn ein und gab ihn Judas, dem Sohn des Simon Iskariot.
27Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du tust, das
tue bald! 28Niemand am Tisch aber wusste, wozu er ihm das sagte. 29Denn einige
meinten, weil Judas den Beutel hatte, spräche Jesus zu ihm: Kaufe, was wir zum Fest
nötig haben!, oder dass er den Armen etwas geben sollte. 30Als er nun den Bissen
genommen hatte, ging er alsbald hinaus. Und es war Nacht.

Die närrischen Tage des Karnevals liegen hinter uns, obwohl sie in diesem Jahr ja sehr
verhalten ausgefallen sind. Und nun in der Passionszeit, der Fastenzeit, sind wir
aufgefordert, den Leidensweg Jesu bis Karfreitag und Ostern mitzugehen. Johannes
führt uns mit dem Predigttext auch gleich mitten hinein in das Geschehen der
Karwoche. Zum letzten Mal sitzt Jesus mit seinen Jüngern zusammen beim
Abendmahl. Zuvor hatte er seinen Jüngern noch wichtige Hinweise gegeben, wie sie
in der Nachfolge Jesu die große Verantwortung tragen können. Jesus weiß, wie
wichtig diese Hinweise für seine Jünger sind, und dass ihnen nicht mehr viel Zeit des
gemeinsamen Miteinanders bleibt. Deshalb seine geistige Anspannung. Er hat ihnen
ja schon etliche Male vorher konkrete Hinweise gegeben, welchen Weg er bis ans
Kreuz gehen wird. Nun offenbart er ihnen die Tatsache, dass er von einem seiner
Jünger verraten werden wird. Die Jünger sind geschockt. Das kann doch nicht sein.
Wer sollte so etwas tun? Schnell beauftragen sie den Jünger, der Jesus am nächsten
war, dass er den Namen herausfinden sollte. Jesus geht darauf ein, und gibt als
Zeichen dem Judas das Stück Brot und fordert ihn direkt auf, mit seinem Verrat nicht
lange zu warten. Judas ist jetzt offenbart. Es wird Nacht um ihn. Trotz der
Eindeutigkeit des Hinweises verstehen die Jünger immer noch nicht, was es mit dem
Verrat auf sich hat. Sie gehen zur Tagesordnung über. Die Anspannung verfliegt.
Judas wird wohl als ihr Kassenverwalter einen Auftrag zu erledigen haben.

Ja, ja, die Jünger. So waren sie halt. Sie begreifen über weite Strecken nichts, was es
mit Jesus auf sich hat. Sie sind wie träumende Kinder. Das macht sie mir sympathisch.
Ich finde mich in ihrem Denken oft wieder.
Was mir auffällt sind die Unterschiede im Gruppengefüge. Da gibt es einen Jünger,
der die direkte Nähe von Jesus sucht und findet. Er braucht Körperkontakt, sitzt oder
steht immer direkt neben Jesus. Er ist der, „den Jesus lieb hatte“, heißt es im Text. Der
größere Teil der Jünger ist da schon distanzierter. Sie haben durchaus noch
„weltliche“ Ziele. Streiten sich um die Rangfolge in der Hierarchie: Wer wird nach
Jesus der zweitwichtigste Mann sein? Und dann gibt es da noch Judas, der ganz
andere Ambitionen hat, mit denen er am weitesten von Jesus entfernt ist. Über seine
Beweggründe erfahren wir in dem Text nichts. Da ist schon viel spekuliert worden.
Judas, das Werkzeug des Teufels, oder doch nur der Vorbereiter des „Coming-out“
von Jesus, um den Mächtigen endlich unmissverständlich zu zeigen, wer die Macht
hat. Nichts von alledem. Jesus demonstriert seine Macht, indem er sich für uns
Menschen hingibt. Er fügt sich dem Willen Gottes, seines Vaters, und geht für unsere
Schuld und Sünde in den Tod. Er behält das Heft des Handelns in der Hand, indem er
genau das tut, was ihm von Gott als Auftrag gegeben ist. Diese Liebe können wir nur
dankbar annehmen und weitergeben. Nutzen wir die Passionszeit zur inneren Einkehr,
um getrost und gestärkt die Herausforderungen der Zeit zu erkennen und zu
bestehen.
Verfasser: Martin Fuhr, Prädikant, Mümling-Grumbach



Gottesdienste

Mümling Grumbach: 

2. und 4. Sonntag 10.00 Uhr Gottesdienst im Friedrich-May-Haus, Pfarrstr. 5

5. Sonntag im Monat 10.00 Uhr Gottesdienst in der Bergkirche

Termine für Familienkirche werden in der Presse bekannt gegeben

Kindergottesdienst:

nach Terminplan sonntags 11.00 Uhr im Friedrich-May-Haus

 

Hummetroth:

1. und 3. Sonntag 10.00 Uhr im Gemeindehaus, Stockwiesenstraße 1

 

Gottesdienste werden im Heimatboten und im Mümling Boten veröffentlicht.

top